Kaffee Lexikon

     In der Welt des Spezialitätenkaffee stößt man immer wieder auf neue Herausforderungen, unbekannte Begriffe und neues Wissen. Genau das ist es, was uns so antreibt auf der Reise durch die Thirdwave-Welt. Nicht nur die geschmackliche Vielseitigkeit der Kaffeebohne, sondern vor allem die Vielseitigkeit der Kulturen, Geschichten, Menschen und Momente die dahinter stehen überraschen uns tagtäglich. Spezialitätenkaffee wird erst mit viel Wissen, Handwerk und den richtigen Menschen mit denen man es teilt, zu dem was es ist - eine große Passion. Daher wollen wir unsere Reise mit euch teilen und arbeiten uns anhand des ABC durch das Kaffee Lexikon.









     Handelt es sich um einen schweren, leichten, cremigen Eindruck oder verfliegen die Aromen schnell, weil der Kaffee sich wässrig anfühlt? Hinterlässt er ein leicht pelziges, von trockenen Weinen bekanntes adstringierendes Gefühl oder ist der Abgang sehr clean? ⁠So spielen alle Sinne eine Rolle, wenn es um die Erfahrung von Kaffee geht. Nicht jede*r kann und will das von Anfang an so wahrnehmen. Jedoch können sensorische Fähigkeiten trainiert und auf diese Weise schnell ausgebaut werden. ⁠





     Die Ernte der Typica Varietät fällt oft sehr gering aus. Trotzdem bringt sie Kirschen von außergewöhnlicher Qualität hervor, so dass sich ihr Anbau durchaus lohnt. ⁠Ein alter Bekannter aus unserem Sortiment ist ein Paradebeispiel für diese Varietät: Edwin & Luz. Es handelt sich dabei um ein reines Typica-Lot aus Peru. Die langjährige Zusammenarbeit mit Luz und ihrem Mann Edwin hat schon einige wunderbare Kaffees mit einer ausgeprägten Süße und fruchtigen Noten in unsere Regale gebracht. Durch den gewaschenen Prozess kommen die spezifischen Geschmacksnoten der Varietät besonders zum Vorschein. Da es sich um empfindliche Pflanzen handelt, die schwer zu handhaben ist, spricht es umso mehr für die Expertise der beiden beim Anbau, jedes Jahr aufs Neue tolle, außergewöhnliche Lots zu produzieren. Ihr könnt euch auch dieses Jahr auf eine neue Ernte aus Peru freuen!⁠





     Venezianische Händler brachten sie aus dem nahen Osten mit und schnell wurde Kaffee als Luxusgut an den großen europäischen Königshäusern konsumiert. Einige Jahre später wurde der Kaffee auch vom Bürgertum in den schnell entstehenden Kaffeehäusern getrunken.⁠ Da die Kaffeepflanze in dem kalten Klima Europas nicht angebaut werden konnte, wurde Kaffee im 18. Jahrhundert in die Kolonialwirtschaft der einzelnen Länder mit einbezogen. Bis heute gibt es große Unterschiede im Konsum von Kaffee zwischen den Anbauländern und den Ländern im globalen Norden. Im 19. Jahrhundert eroberte der Kaffee dann auch die Privathaushalte, aus denen er heute nicht mehr wegzudenken ist. Die Geschichte des Kaffees ist nicht nur die Entwicklungsgeschichte einer Pflanze und eines Konsumguts, sondern sie ist auch die eines kulturellen, weit verbreiteten und immer wieder neu interpretierten Rituals.









     Entgegen der landläufigen Meinung empfiehlt es sich nicht, den Kaffee im Kühlschrank zu lagern, da er dort andere Gerüche und Feuchtigkeit aufnimmt. Der optimale Ort zur Lagerung ist ein herkömmlicher Vorratsschrank, der kühl und trocken ist. Außerdem sind unsere Tüten zu 100% recyclebar, vorausgesetzt ihr entfernt den Sticker. Wollt ihr ganz auf Verpackungen verzichten, findet ihr unseren Kaffee auch in einigen Unverpacktläden in Dortmund und Umgebung.⁠





     Zu Wasser und Kaffee gibt es noch unendlich viel mehr zu sagen - etwa welche Mineralstoffe die Extraktion und das geschmackliche Ergebnis in der Tasser auf welche Art beeinflussen. Wenn ihr tiefer eintauchen wollt, stellt euch die SCAA (The Specialty Coffee Association of America) einen Guide für das optimale Wasser zur Verfügung.⁠ Bei Neues Schwarz verwenden wir Wasserfilter, so dass wird den optimalen Härtegrad und pH-Wert für unsere Kaffees haben. Wenn euer Wasser zuhause zu hart ist, könnt ihr euch mit einem Tischwasserfilter behelfen oder ihr kauft Mineralwasser ohne Kohlensäure. Probiert doch dazu Folgendes mal bei auch zu Hause aus: Brüht einfach einen Filterkaffee mit eurem Leitungswasser auf und dann noch einen mit einem entsprechen ausgewählten Mineralwasser oder gefiltertem Wasser. Ihr werdet den Unterschied schmecken. Eure Erfahrungen und Eindrücke könnte ihr gerne mit uns in den Kommentaren teilen.⁠









     Der wohl unbeliebteste Buchstabe bei Stadt Land Fluss bietet bei genauer Betrachtung eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten: Für uns ist dabei vor allem die Interpretation als Multiplikation oder Kreuzung interessant.⁠ Sowohl von Asemi Co. als auch von Brauerei Flügge findet ihr Produkte in unseren Regalen, ebenso wie die T-Shirts und Jutebeutel von esco_zcc. Wir schätzen die jeweilige Zusammenarbeit sehr und freuen uns darüber, dass dadurch ein vielfältiges Sortiment entstanden ist, das sich auch in Zukunft noch erweitern soll.⁠









     Auch wir haben mit Worka und Adado zwei herausragende Beispiele für die Qualität der Kaffees aus Yirgacheffe. Da wir diese und ähnliche Kaffees aus dieser Region auch in Zukunft nicht missen wollen, gilt es, mit den Kooperativen und Produzent*innen nachhaltige Handlungsbeziehungen zu etablieren und zu pflegen, sodass diese zusätzlich in entsprechende Maßnahmen zur Prävention investieren können. Dazu zählen etwa Forschung, Bildung und Agroforstwirtschaft.⁠




     Die vielleicht bekannteste und älteste Zeremonie ist die äthiopische Kaffeezeremonie: Jebena Buna. Auch sie unterscheidet sich in ihrer Ausführung von Region zu Region, von Familie zu Familie. Sie ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Äthiopien und wird teilweise mehrmals am Tag durchgeführt.⁠ Zu Beginn werden grüne Bohnen von Frauen ausgiebig per Hand gewaschen, anschließend auf eine gewölbte Metallschale gegeben und langsam über glühenden Kohlen geröstet, bis sie eine dunkle, fast schwarze Farbe angenommen haben. ⁠Die gerösteten Bohnen werden dann mit Mörser und Stößel zu Kaffeemehl zerkleinert und in den Jebena gegeben - einem traditionellen, bauchigen Tonkrug, in welchem das Kaffeemehl zusammen mit Wasser aufgebrüht wird.⁠ Serviert wird der dunkle, leicht bittere Kaffee mit Zucker. Der Kaffee wird insgesamt drei mal aufgebrüht und gemeinsam getrunken. Die erste Tasse Arbol ist dabei die kräftigste im Geschmack, die beiden folgenden - Tona und Bereke - bringen etwas schwächere, sanftere Aromen mit sich.⁠

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Die Herkunft unseres Oolongs Nr.12 und Nr.17 liegt im Norden Thailands, in Doi Mae Salong. Dieses malerische Bergdorf liegt in der nördlichsten Provinz Thailands, nahe der Grenze zu Myanmar. Gelegen auf einer Höhe von 1094 Metern, mit einem alpinen Klima und hoher Luftfeuchtigkeit gesegnet, bietet es ideale Bedingungen für den Teeanbau der Chinasaatpflanze (Camellia sinensis var. sinensis). Von Chiang Rai, der nächstgrößeren Stadt, schlängelt sich die enge Straße in Serpentinen den Berg hoch.