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Unsere Zahlen für 2023

     Neues Schwarz wurde mit der Intention gegründet Produzent:innen zu finden, mit denen wir einen gemeinsamen, langfristigen Weg gehen. Dabei immer im Blick: Ein Handel auf Augenhöhe, die Möglichkeit, sich regelmäßig auszutauschen und die Chance, für beide Seiten an neuen Herausforderungen zu wachsen.


Seit unserer Gründung versuchen wir die Beziehungen, die wir zu den Produzent:innen pflegen, transparent zu machen. Jetzt wollen wir einen Schritt weitergehen und auch unsere gezahlten Kaffeepreise im Ursprung offenlegen. Damit sind die FOB-Preise gemeint, die für den Kaffee bis zur Verladung auf das Schiff im jeweiligen Ursprung gezahlt werden (FOB steht für free on board). Nicht inkludiert sind hier Transportkosten vom Hafen im Ursprung bis in unsere Rösterei, Kosten für Finanzierung und Lagerkosten. Traditionell werden die FOB-Preise in US-Dollar pro amerikanisches Pfund angegeben. In der anschließenden Tabelle sind die Preise zusätzlich und zum einfacheren Verständnis auf den Preis pro Kilogramm umgerechnet und ergänzt worden. Mit der Veröffentlichung dieser FOB’s schließen wir uns einem internationalen Kreis aus Röstern aus Nordamerika, Europa und Australien an, die sich unter dem Namen The Pledge dazu entschieden haben, ihre Einkaufspreise transparent zu machen. Wir wollen Teil davon sein, weil wir von Anfang an die Philosophie der Third Wave Coffee Bewegung vertreten.


Wir glauben also, dass der globale Süden seine Rolle in der Wertschöpfungskette transparenter und fairer machen muss. Damit soll das Leben aller Beteiligten der Wertschöpfungskette im besten Fall nachhaltig verbessert werden. Gehen wir einmal zurück zum Anfang, um zu verstehen, was das bedeutet. Gestartet sind wir ursprünglich mit fünf Kaffees, drei Espressoröstungen und zwei Filterröstungen. Über die Jahre ist das Portfolio, das wir wiederkehrend kaufen, immer größer geworden. So haben wir rückblickend inzwischen rund 25 Lots, die wir jedes Jahr rösten. Dass wir jetzt, fast zehn Jahre nach unserem Start, hier stehen und den größten Teil unserer Kaffees kontinuierlich von vertrauten Produzent:innen beziehen können, ist mit Sicherheit etwas, das wir uns gewünscht haben. Vorhersehbar war das allerdings nicht. Denn das Kaffeegeschäft ist ganz oft eine Aneinanderreihung von Zufällen darüber, wie Kontakte zu Produzent:innen entstehen. Eines der besten Beispiele dafür ist der Kontakt zu Carolina Padilla mit ihren Farmen San Antonio und Palin.

Dabei immer im Blick: Ein Handel auf Augenhöhe, die Möglichkeit, sich regelmäßig auszutauschen und die Chance, für beide Seiten an neuen Herausforderungen zu wachsen.


Von ihr haben wir bereits 2015 Grünkaffee in ganz kleiner Menge geröstet. Aus diesen wenigen Sack sind inzwischen jedes Jahr gut zwei Tonnen geworden. Damit sind wir ihr Hauptabnehmer und Garant dafür, dass sie die Farm mit ihrer Familie weiterhin betreiben kann. Eine, für uns ganz elementare, Geschäftsbeziehung ist die zu San Coffee aus Brasilien mit Fabricio Andrade und Allan Botrel als Ansprechpartner. Denn San Coffee steht stellvertretend für die Fazenda Samambaia und die Fazenda Cruzeiro, deren Namen auch unsere jeweiligen Kaffees tragen. Man könnte sagen; unsere Brot- und Butterkaffees, die uns über die Jahre ein wirtschaftliches Wachstum ermöglicht haben. Dabei haben wir uns beim Kauf auf sehr gleichbleibende, wirklich gute Qualitäten fokussiert. Etwas, was brasilianische Produzent:innen und hier insbesondere San Coffee vorzüglich beherrschen. Der Kontakt besteht ebenfalls seit unserer Gründung. Wir stehen mit ihnen seitdem in engem Austausch – sowohl digital als auch vor Ort.



Bei unserer aktuellen Größe fällt es jedoch schwer, containerweise Kaffee direkt aus Ursprungsländern zu kaufen und im Anschluss in Dortmund zu rösten. Dafür fehlen neben entsprechenden Abnahmemengen aktuell noch die Kapazitäten in der Produktion. Einen großen Teil des Kaffees importieren wir daher mit Algrano und der InterAmerican Coffee GmbH. Beide leisten für uns primär die Abwicklung von Logistik und Zwischenfinanzierung. Den Kontakt zu den Produzent:innen suchen wir in vielen Fällen selbst und besprechen mit ihnen Qualitäten, Mengen und Preise. Algrano betitelt das selbst ganz passend als Assisted Direct Trade und wir fühlen uns mit dem Begriff ebenfalls wohl. Unternehmen wie Cultivar, FEECEG oder Primavera Coffee sind weitere Importeure, mit denen wir schon viele Jahre zusammenarbeiten. Wir treffen sie seit über einem Jahrzehnt auf unseren Ursprungsreisen oder Events, da sie für uns eine hervorragende Arbeit im jeweiligen Ursprung leisten. Sie stehen beispielsweise hinter den Kaffees Edwin und Luz, Union Progreso, Tierra Colorada, La Pila and Neighbours und zuletzt Ana Marcos. Hier findet der Handel weniger direkt statt, da uns teilweise der direkte Zugang zu den Produzent:innen fehlt. 


Trotzdem kaufen wir bei Ihnen mit gutem Gewissen. Denn sie ermöglichen uns, dass wir über Jahre hinweg Kaffees von Farmer: innen kaufen können, die hervorragende Arbeit machen und die entsprechend von den Exporteuren für den Mehraufwand und die höhere Qualität bezahlt werden. Die Kontinuität im Einkauf hilft dabei zum einen den Exporteur:innen, weil sie bestimmte Mengen schon sehr früh im Jahr für ihre Container einplanen können. Und es hilft den Produzent:innen, da sie früh im Erntejahr wissen, dass sie ihren Kaffee wieder zu besseren Konditionen verkaufen können. Die meisten Kaffees kaufen wir daher sechs bis neun Monate bevor sie bei uns ankommen und zu festen Preisen. Etwas, das für landwirtschaftlich erzeugte Produkte leider durch die Abhängigkeit von den Börsen viel zu selten der Fall ist. Eine verlässliche Bindung mit Produzent:innen eingehen, heißt für uns auch zu akzeptieren, dass es über die Jahre zu leichten qualitativen Schwankungen kommt, die wir bewusst mit-tragen. Kaffee ist ein Naturprodukt, dessen Qualität primär im Ursprung bestimmt wird und das mit den klimatischen Bedingungen während der Blüte, Reife und Ernte zurechtkommen muss. 


Dabei sind schon jetzt vielerorts klimatische Veränderungen die größten Herausforderungen. Umso wichtiger für Produzent:innen, verlässliche Partner zu haben. Zuletzt wollen wir zeigen, dass Kaffee auch auf preislicher Ebene inzwischen unglaublich divers ist. Wir haben im Jahr 2023 Arabica-Kaffees von 5,12 US-Dollar je Kilogramm bis 25,37 US-Dollar FOB je Kilogramm gekauft. Insgesamt haben wir so 54.890 Kilogramm Grünkaffee erstanden. Dafür haben wir durchschnittlich 6,89 US-Dollar pro Kilogramm im Ursprung bezahlt und lagen damit knapp 85 Prozent über dem zum Zeitpunkt des Kaufs vergleichbaren Preis an der Börse. An dieser Stelle eine zusätzliche Info: In Anbetracht der Tatsache, dass der größte Teil unseres Grünkaffees aus Brasilien kommt und wir dort verhältnismäßig günstiger einkaufen, haben wir einen durchschnittlichen FOB von 10,01 US-Dollar pro Kilogramm bezahlt – auf Basis ganzer Lots und unabhängig von der Menge.

Text: Benedikt Heitmann
Bilder: Marina Jablunowskij

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