06.12.2015 10:00

Ladendesign von Philipp Fischer

Ihr wolltet schon immer wissen, welcher kreative Kopf hinter dem Konzept für unseren Laden steckt. Hier stellen wir ihn euch vor.

 

Ich heiße Philipp Fischer, bin 26 Jahre alt und nach meiner Tischlerausbildung in Selm zog ich nach Rosenheim um dort Innenausbau zu studieren. Der Studiengang versteht sich als Bindeglied zwischen Architektur/Innenarchitektur und Bauingenierswesen.

 

Welche Intention hast du mit dem Design verfolgt?

Bei dem Gestaltungskonzept für die Kaffeerösterei inspirierten mich die schroffen asymetrischen Gebirgswände der Alpen, die nun seit vier Jahren vor meiner Haustür liegen. Aus ihrer Abstraktion entstanden die Formen für die Bank im Gastraum, die Präsentationsflächen, sowie der Tresen. Um in der Farbe zu bleiben, entschieden wir uns für Beton für die vertikalen Flächen. Obenauf sollte wieder das Holz des Bodens weiterlaufen, um den Eindruck zu verstärken, dass die Säulen aus dem Boden gewachsen sind, ähnlich den Gebirgszügen. Um dem Ganzen etwas Leichtigkeit zu geben, ergänzte ich diese schweren, markanten Formen durch die spielerischen Details der Kupferleitungen

 

Die Gestaltung ist ja auch deine Bachelorarbeit, war das problemlos möglich?

Im Grunde genommen war es kein Problem, nur den Umfang musste ich noch etwas erweitern. Zusätzlich zum Design ist es noch meine Aufgabe gewesen, eine Entwurfsherleitung auszuarbeiten, in der ich die kunsthistorische Entwicklung von Cafés und Kaffeehäusern aufzeige. Kurz zusammengefasst fängt die Ausarbeitung bei den historistischen und im Jugendstil gehaltenen Kaffeehäusern des ausklingenden 19. Jahrhunderts an und geht über den Sprung in die Moderne durch A. Loos´ Kaffee Museum und die Avantgarde der 20 Jahre, vertreten durch das Bauhaus und DeStil bis in die Nachkriegsmoderne und zum Internationalen Stil. Die letzten Etappen bilden die Postmoderne und die Pop-Art der 70er sowie das Aufkommen großer Caféketten und der damit verbundenen Entwicklung des Kaffees zum Modegetränk der 2000er Jahre.

 

Nach der Planung kam die Umsetzung, kannst du uns dazu ein paar Wort sagen?

Bei der Umsetzung bekamen wir sehr viel Unterstützung durch die Tischlerei Rotte aus Selm. Ulli Rotte hat mich vor meinem Studium ausgebildet und ist der Onkel von Benedikt und Johannes. Durch diese Beziehungen konnte ich die Maschinen der Werkstatt nutzen um den Innenausbau auch auszuführen. Benedikt und ich steckten zwei Monate lang viel Energie und Zeit in die Umsetzung. Dabei wurden wir noch von den zahlreichen Freunden und Bekannten von Johannes, Benedikt und Felicitas tatkräftig unterstützt.

 

Was sind deine Pläne für die Zeit nach dem Studium?

Eigentlich genau das, was ich hier gemacht habe. Also Innenräume gestalten und konstruktive Lösungen für eigenwillige Designs finden. Das Ganze am liebsten irgendwann selbstständig.